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TitelJeder stirbt für sich allein
OriginaltitelAlone in Berlin
FilmtypLangfilm
Herstellungsjahr2016
HerkunftsländerDeutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweiz
Länge103:00 (mm:ss)
Sprachversiondeutsch/dt. synchr.
RegieVincent Perez
DarstellerInnenEmma Thompson (Anna Quangel), Brendan Gleeson (Otto Quangel), Daniel Brühl (Escherich), Mikael Persbrandt (Standartenführer Prall), Katrin Pollitt (Eva Kluge), Lars Rudolph (Enno Kluge), Uwe Preuss (Persicke)
VerleiherFilmladen
InhaltBerlin 1940. Werkmeister Otto Quangel und seine Frau Anna erhalten die Nachricht, dass ihr einziger Sohn Hans an der Front gefallen ist. Nur schwer kann das Paar – jeder für sich allein – damit umgehen. Doch dann beschließt Otto, zumindest kleine Zeichen gegen das Naziregime zu setzen. Er beschreibt Postkarten mit Anti-Hitler-Sprüchen sowie Forderungen nach Pressefreiheit. Er verteilt diese in öffentlichen Gebäuden mit dem Aufruf, die Karten weiterzugeben. Anna unterstützt ihn dabei. Sie agieren mit dem Wissen, dass ihnen die Hinrichtung droht, sollten sie gefasst werden. Der ehrgeizige Kommissar Escherich hat sich indes zum obersten Ziel gesetzt, den Kartenschreiber zu fassen ...
AlterskennzeichnungDer Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada (Erstveröffentlichung 1947), dem als Vorlage die Taten und das Schicksal des real existierenden Ehepaares Otto und Elise Hampel dienten. Recherchiert dazu hatte der Schriftsteller in deren Gestapo-Akten. Die Allgegenwärtigkeit von Gefahr und Bedrohung bestimmt diesen Film. Realitätsnah wird das damals bestehende barbarische System der Naziherrschaft geschildert, Gewalt wird direkt weitergegeben. So kommt es etwa zur Erschießung eines Verdächtigen durch den Kommissar aufgrund des Druckes seiner SS-Vorgesetzten. Es schlummern noch Anstand und Humanität in ihm, was er aber unterdrücken muss, um selbst in diesem System nicht unterzugehen. Er wird zum Täter, wobei eigentlich nur die Kriminalistik sein Anliegen ist. Schließlich wird er damit aber nicht fertig und erschießt sich. Belastend wirkt weiters das Schicksal einer im Wohnhaus der Quangels versteckten Jüdin, die sich schließlich aus dem Fenster stürzt. Brutal auch das Zerschlagen von Schnapsgläsern auf dem Kopf des inhaftierten Quangel durch SS-Männer (und schließlich auch durch den Kommissar). Nicht zu vergessen: Gleich zu Beginn ist der gefallene Soldat Hans in Großaufnahme tot zu sehen. Die Hinrichtung des Ehepaares Quangel am Ende ist zwar nicht explizit zu sehen, berührt aber dennoch sehr. Entlastend und positiv wirken das Wieder-Zueinanderfinden von Anna und Otto Quangel durch diese gemeinsame Widerstands-Aktion. Jugendlichen ab 12 Jahren sollte dieses Geschehen im Nazi-Deutschland dennoch ohne Schädigung zugemutet werden können, setzen sie sich doch auch schon in der Schule mit den Strukturen des Regimes des Dritten Reiches auseinander, eine ausreichende Distanzierung sollte möglich sein. Es wird eine Freigabe ab 12 Jahren empfohlen.
PositivkennzeichnungLangsam und einfühlsam wird ein wichtiges Thema nähergebracht, wie es doch als Individuum möglich sein kann, Wege gegen ein Regime zu finden, in seinem persönlich möglichen Rahmen Widerstand zu leisten (als Alternative etwa zum reinen Mitläufer-Dasein). Der systemkritische Aspekt wird nicht nur durch Ebenen des Widerstandes vermittelt, sondern auch durch die differenzierte Darstellung der verschiedenen Rollen innerhalb des Nazi-Systems, wie schwierig es war, aus diesem auszubrechen bzw. ebenso, nicht sogar Teil davon zu werden. Nichtzuletzt wird auch die Absurdität verdeutlicht, welche “Taten” als rechtswidrig galten. Ausgezeichnete schauspielerische Leistungen werden in dieser europäischen Koproduktion geboten. Empfehlenswert als Widerstandsdrama ab 14 Jahren.